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Mittwoch, 14.05.2008, 20:55
Kennt das noch jemand, seit man selbst Mutter ist, kann man einfach bestimmte Berichte oder Filme einfach nicht mehr sehen.
Bei mir ist es so, dass alleine wenn ein Kind in einem Film verletzt ist, dann kann ich einfach nicht mehr hinsehen bzw. schalte ich einfach um.
Mir wird dann sofort total übel und zeitweise könnte ich sofort losheulen. Ist das normal? Oder bin ich einfach überempfindlich?
Gerade vorhin war in einer Serie ein 10järiges Kind das an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist. Ich mußte sofort umschalten. Und das, obwohl das ja ein Film ist und alles unreal ist. Aber trotzdem, ich kann es mir nicht ansehen.
Besonders schlimm sind aber dann die Wahrheitsberichte. So wie in der vorletzten Womanausgabe. Diese wahnsinns starke Mutter, die ihren Mann und ihre zwei Kinder bei einer Zugsunglück verloren hat. Obwohl ich wußte, dass ich bei diesem Artikel losheulen werde, mußte ich ihn lesen. Und ich konnte meine Augen auch nicht von den Fotos abwenden. Ich habe sie noch immer vor meinen Augen. Besonders dieses Foto, wo sie von ihrem Sohn Abschied nimmt. Alleine jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe, muß ich mit den Tränen kämpfen. Ich bewundere diese Frau, wie stark sie ist. Ich weiß nicht, wie ich mich in so einer Situation verhalten würde. Ob ich überhaupt noch einen Sinn in meinem Leben sehen würde.
Wenn ich daran denke, meinem kleinem Mäusezahn würde etwas passieren, nein ich kann und will auch gar nicht daran denken!!! Aber ich glaube, so geht es jeder Mutter!!!!!!


Freitag, 04.04.2008, 16:26
So, jetzt habe ich wieder ein wenig Zeit zum Weiterschreiben.

Da ich ja eine Vollnarkose bekommen habe, konnte ich meinen kleinen Prinzen ja nicht gleich sehen. Außerdem war es mir gar nicht möglich. Ich bin so gegen 13:00 Uhr das erste Mal wachgeworden und mein Schatz hat mir auch ein Foto gezeigt, aber ich konnte meine Augen einfach nicht auf scharf stellen. Als ich dann wieder munter geworden bin, konnte ich meinen Kleinen das erste Mal zumindest am Foto sehen. Aber da hat man einfach keinen Bezug dazu.

Ich wurde dann auf mein Zimmer gebracht und dann mußte ich warten dass es endlich Besuchszeit wurde und wir zu unserem Kleinen konnten.
Endlich war es soweit und ich wurde im Rollstuhl (gehen ging noch nicht so richtig) auf die Frühchenstation gebracht.

Ich habe eigentlich nicht so richtig nachgedacht, was mich erwarten könnte. Auf jeden Fall war ich geschockt. Mein kleiner Wurm lag im Brutkasten, angeschlossen an mehrere Apparate, eine Kopfsonde sowie ein Nasen-CPAP (Sauerstoff). Das war der schlimmste Moment ihn so zu sehen. Und er war so klein. Aber es war auch schön ihn das erste Mal zu sehen. Ich habe mich kaum getraut ihn zu berühren. Aber er war mir auch vertraut, besonders da er beim Schlafen ein Bein angezogen hatte und das andere total ausgestreckt hatte. Und dieses ausgestreckte Bein kannte ich. Das war dieses Bein das mir immer in die kurze Rippe getreten hat!!!

Aber so richtig begreifen konnte ich trotzdem noch immer nicht was da heute überhaupt passiert ist! Außerdem war das Datum auch ein besonderes: Ostersonntag! Also hatten wir jetzt einen perönlichen Osterhasen!

Er war dann insgesamt 5 Tage im Brutkasten als er dann ins Wärmebettchen gekommen ist. Und da durfte ich ihn auch das erste Mal selbst rausnehmen und wickeln. Zuvor konnte ich nur mit ihm "Kangaruhn". Da liegt der Kleine bei dir oder beim Papa auf der nackten Brust und kann deine Wärme spüren und deinen Herzschlag hören. Das ist etwas ganz besonderes.

Auf jeden Fall konnte ich ihn jetzt endlich auch halten. Und das Fläschchen geben, da er für die Brust noch zu schwach war. Aber so ungefähr nach 7 Tagen haben wir es einfach einmal probiert und ihn angelegt und siehe da, er trank. Zwar noch nicht die Menge die er brauchte, aber immerhin. Wenn ich bedenke das er am Anfang 7 x 5ml Nahrung bekommen hat. Das muß man sich einmal überlegen. Und die Dosierung wurde jeden Tag gesteigert. Da er natürlich die Kraft noch nicht hatte dieses Menge selbst zu trinken, wurde er sondiert. Am Anfang konnte ich kaum zusehen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Es war einfach nur wichtig, dass er genug bekam.
Zum Glück konnte ich die ganze Zeit auch im Krankenhaus bleiben und so auch beginnen, den Kleinen mit meiner Milch zu versorgen. Das hieß, alles 3 Stunden abpumpen und später dann zu ihm auf die Station und stillen.

Schlimm war es für mich auch, dass zu mir ins Zimmer Mütter mit ihren Neugeborenen gelegt wurden. Natürlich freut man sich für die Mütter mit, aber trotzdem war es schlimm für mich zu sehen, dass sie immer ihre Babys um sich hatten und ich immer nur in den Besuchszeiten bzw. zum Stillen zu meinem Kleinen konnte. Gerade wenn man eigentlich nicht so gut drauf war und eigentlich nur weinen wollte, kam sicher wieder eine Besucherschar um das Neugeboren zu sehen. Und mein Besuch konnte unseren Kleinen nur durch eine Scheibe kurz sehen. Da zu ihm rein nur der Papa und ich durften.

Ca. am 12. Tag wartete der Kinderarzt in der Frühchenstation schon auf mich. Sie hatten heute die 2. Schädelsono (Ultraschall) gemacht und da wurde im Bereich des Kleinhirns eine Flüssigkeit, die da eigentlich nicht hin gehört, entdeckt. Ich verstand eigentlich kaum etwas was er mir da erzählte. Erst als die Worte: eventuelle Behinderung" fielen, wachte ich auf. Er meinte noch, ich soll mir keine Sorgen machen, wahrscheinlich ist gar nichts und es würde sich heute oder morgen noch ein Spezialist das alles ansehen, aber das sagt man so einfach. Ich bin dann zu meinem Kleinen und hätte am liebsten sofort los geweint. Aber ich mußte mich ja noch um ihn kümmern. Später als ich endlich meinen Schatz anrufen konnte, wußte ich zuerst gar nicht, was ich sagen soll. Am Telefon merkte ich sofort, wie er blaß wurde. Aber wir sagten uns auch, dass stehen wir auch noch aus!

Am späteren Nachmittag kam auf einmal eine Schwesternschülerin in mein Zimmer gelaufen und sagte mir, dass ich sofort auf die Frühchenstation kommen soll. Ich bin aufgesprungen, da ich natürlich sofort geglaubt habe, es ist was mit meinem kleinen Prinzen. Der Weg zur Station ist mir noch nie so lange vorgekommen wie damals. Auf dem ganzen Weg habe ich mit den Tränen gekämpft, da ich wirklich geglaubt habe, es ist etwas passiert. Aber zum Glück hatten wir nur schon den Termin beim Spezialisten bekommen.

Also sind wir rauf in die Kinderklink und ich konnte das erste Mal mit Maxi im Kinderwagen fahren. Das Sono war dann sehr anstrengend, denn irgendwie wartet man die ganze Zeit, dass der Arzt jetzt etwas schlimmes sagt. Aber zum Glück war es nicht dramatisch. Er hat gemeint, wir müssen es einfach beobachten, aber er glaubt, es bildet sich von selbst zurück. Trotzdem hatten wir lange im Hinterkopf, hoffentlich ist wirklich alles in Ordnung.

Wir waren dann insgesamt 2 1/2 Wochen im Krankenhaus und als wir endlich nach Haus durften, hatte Maxi ein Gewicht von 1905g. Das klingt natürlich nicht viel, aber er hatte schon zugenommen.

Zu Hause war es schon sehr ungewohnt und wir waren auch sehr ängstlich, ob er wohl satt wird und auch zunimmt, denn im Krankenhaus wurde er immer vor und nach den Mahlzeiten gewogen, so hatten wir die Kontrolle.
Aber es funktionierte recht gut. Wir konnten zwar die ersten 2 Monate so gut wie keinen Besuch empfangen, da es einfach zu gefährlich war, aber das nahmen wir gerne in kauf.

Wie am Anfang geschrieben, wird Maxi jetzt ein Jahr und er hat alles aufgeholt. Mit 8 Monaten konnte er alleine sitzen (genau am Heilig Abend!, irgendwie hat er es mit speziellen Tagen) und mit 9 Monaten hat er begonnen zu krabbeln. Alles so wie es sein sollte. Beim Essen ist er total unkompliziert, er mag einfach alles. Nur trinken mag er nicht so gerne. Heute hat er endlich sein 3. Zähnchen bekommen und das Laufen wird auch nicht mehr lange dauern.

Es war am Anfang wirklich eine harte Zeit und ich bin jetzt noch übervorsichtig, aber ich glaube, das ist normal.
Wichtig ist nur, dass Maxi gesund ist und das ist er. Im Moment hat er zwar einen leichten Schnupfen, aber das gehört dazu.

Danke das ihr mir zugehört habt! (kann man das so schreiben?)

LG und bis bald!


Freitag, 04.04.2008, 09:44
Hallo zusammen!
Danke für die lieben Worte von euch!! Ich glaube es ist für mich wirklich das Richtige, mir alles von der Seele zu schreiben!
LG
Isolde & Maximilian